Balduin, der Ferienschreck, auch bekannt als Der Brausekopf mit den Sausebeinen (Originaltitel: Les Grandes vacances, übersetzt Die großen Ferien, hier sinngemäß Sommerferien) ist eine französisch-italienische Filmkomödie von Jean Girault aus dem Jahr 1967.
Balduin Bosquier leitet in der Nähe von Versailles
ein renommiertes Jungen-Internat. Ganz im Gegensatz zu seinem
strebsamen jüngeren Sohn Gérard hat ausgerechnet sein älterer Sohn
Philippe am Ende des Schuljahres eine Fünf in Englisch – eine Blamage,
die der ambitionierte Schuldirektor Bosquier nicht auf sich sitzen
lassen kann.
| Deutscher Titel | Balduin, der Ferienschreck |
| Originaltitel | Les Grandes vacances |
| Produktionsland | Frankreich, Italien |
| Originalsprache | Französisch |
| Erscheinungsjahr | 1967 |
| Länge | 84 Minuten |
| Altersfreigabe | FSK 0 |
| Regie | Jean Girault |
| Drehbuch | Jean Girault Jacques Vilfrid |
| Produktion | Raymond Danon Maurice Jacquin |
| Musik | Raymond Lefèvre |
| Kamera | Marcel Grignon |
| Schnitt | Jean-Michel Gautier |
| Besetzung |
- Louis de Funès: Balduin (Charles) Bosquier
- Ferdy Mayne: MacFarrell
- Martine Kelly: Shirley MacFarrell
- François Leccia: Philippe Bosquier
- Olivier de Funès: Gérard Bosquier
- Claude Gensac: Isabelle Bosquier
- Maurice Risch: Stephane Michonnet
- Jacques Dynam: Croizac
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Doch der despotische Patriarch hat kurzerhand eine Lösung
parat: Philippe soll die Ferien im Haus des schottischen Whisky-Produzenten
MacFarrell verbringen und sein Englisch aufbessern, während MacFarrells
Tochter Shirley im Austausch ihre Französisch-Kenntnisse bei den
Bosquiers vertiefen soll. Philippe passt diese Idee allerdings überhaupt
nicht, da er für die Ferien mit einer Reihe von Schulfreunden eine
Flusskreuzfahrt auf der Seine Richtung Le Havre
geplant hatte. Auf dem bereits angemieteten Segelboot fest als
Navigator eingeplant, droht nun das gesamte Unternehmen zu scheitern. Um
die Reise zu retten, beschließen die Freunde, den Schulkollegen
Stephane Michonnet als Philippe auszugeben und ihn zu den MacFarrells
nach Schottland zu schicken.
Anfänglich geht das Täuschungsmanöver auf: Trotz einigen Widerwillens steigt Michonnet an Philippes Stelle in das Flugzeug nach Edinburgh,
und kurz darauf trifft auch MacFarrells Tochter Shirley im Internat
Bosquiers ein. Das quirlige Mädchen ist allerdings überhaupt nicht nach
dem Geschmack des konservativen Schuldirektors: Nicht nur, dass die
18-Jährige in ihren kurzen Minis den Ferienschülern den Kopf verdreht, Shirley ist auch mit einem eigenen Mini (Auto)
angereist, mit dem sie von früh bis spät unterwegs ist und sich unter
dem Vorwand, Museen und Sehenswürdigkeiten zu besuchen, dem strengen
Regime Bosquiers entzieht. Bosquier sen. schöpft Verdacht, dass sich das
Mädchen – anders als behauptet – nicht mit dem kulturellen Erbe
Frankreichs beschäftigt, und stellt Shirley seinen jüngeren Sohn Gérard
als Aufpasser zur Seite. Die hat allerdings bald genug vom Kontrollwahn
Bosquiers, reißt aus und gerät auf ihrer Flucht eher zufällig auf das
Segelboot von Philippe und seinen Freunden. Sie verliebt sich in den
Jungen, der sich ihr als Stephane Michonnet vorstellt, und schließt sich
der Segelgemeinschaft auf ihrer Reise an.
| Rolle | Darsteller/in | Synchronsprecher/in |
| Balduin (Charles) Bosquier | Louis de Funès | Gerd Martienzen |
| Mr. MacFarrell | Ferdy Mayne | Ferdy Mayne |
| Mrs. MacFarrell | Jean St. Clair | Tina Eilers |
| Shirley MacFarrell | Martine Kelly | Traudel Haas |
| Philippe Bosquier | François Leccia | Thomas Danneberg |
| Gérald Bosquier | Olivier de Funès |
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| Isabelle Bosquier | Claude Gensac | Gisela Trowe |
| Stephane Michonett | Maurice Risch | Arne Elsholtz |
| Croizac | Jacques Dynam |
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| Fahrer des Kohletransports | Heinz Petruo |
blonde Autofahrerinnen | Françoise Girault | Marianne Lutz |
| Silvia Dionisio | Uta Hallant |
| Autoverkäufer | Mario David | Edgar Ott |
| älterer Hausbesitzer | Paul Faivre | Wolfgang Amerbacher |
| Barjac | René Bouloc | Randolf Kronberg |
| Gendarme in der Hafenkneipe | Pervical Russel | Gerd Holtenau |
| Wirtin in der Hafenkneipe | Dominique Davray | Gisela Reißmann |
| Jenkins | Colin Drake | Klaus Miedel |
| Christian | Jean-Pierre Bertrand | Claus Jurichs |
| Claude | Jacques Dublin | Norbert Langer |
| Michel | Dominique Maurin | Uwe Paulsen |
| Morizot | Max Montavon | Gerd Duwner |
| Gräfin | Denise Provence | Beate Hasenau |
| Sohn der Gräfin |
| Karlheinz Brunnemann |
| Professor | Carlo Nell |
| Eduard, der Gärtner | Jean Droze |
Vater Bosquier bleibt die Flucht Shirleys jedoch zunächst
verborgen, da er nach einem Anruf MacFarrells glaubt, sein Sohn Philippe
habe in Schottland etwas ausgefressen, und umgehend nach Edinburgh
eilt, um den Ruf der Familie wiederherzustellen. Dort angekommen,
entpuppt sich das schlechte Verhalten zwar als einfache Magenverstimmung
(im franz. Orig. um ein Wortspiel von mal [= schlecht] und malade [= krank] herum konstruiert),
Vater Bosquier erfährt allerdings auch von der Täuschung. Aus Angst,
der gute Ruf der Familie könnte Schaden nehmen, wenn dieser Schwindel
aufliegt, weist er Michonnet an, bei den MacFarrells zu bleiben und sich
bis zum Ende der Ferien weiter als Philippe auszugeben.
Zurück in Frankreich erfährt Bosquier, dass Shirley abgehauen ist
und sich mit dem richtigen Philippe auf einem Boot auf der Seine
befindet. Der Schuldirektor eilt dem nichtsahnenden Liebespärchen
hinterher und verwickelt sich in allerlei chaotische Situationen, bevor
er beide schließlich doch einfangen kann. Ohne vorher erfahren zu haben,
dass ihr Freund Stephane tatsächlich Philippe Bosquier ist, wird
Shirley von Bosquier sen. zurück zu ihrem Vater nach Schottland
geschickt. Hier trifft sie auf den vermeintlichen Sohn des verhassten
Schuldirektors und beschließt, sich mit einem kleinen Streich an ihm zu
rächen: Sie lockt Michonnet in ihr Zimmer, flößt ihm K.O.-Tropfen ein
und arrangiert, dass ihr Vater den Jungen gemeinsam mit ihr im Bett
erwischt. Empört bestellt Vater MacFarrell Bosquier zu sich nach
Schottland, um Philippe abzuholen und zurück nach Frankreich zu bringen.
Vater Bosquier reist daraufhin erneut nach Schottland – diesmal im
Schlepptau mit dem richtigen Philippe, der den Schwindel endlich lüften
und den Ruf der Familie Bosquier wiederherstellen soll.
Noch bevor die beiden Väter die Situation klären können, erfährt
Shirley die Wahrheit und ist überglücklich, wieder mit ihrem Geliebten
vereint zu sein. Um zukünftig nicht mehr getrennt werden zu können,
beschließt das Pärchen, nach Gretna Green zu fliehen, wo Paare gemäß einer alten Tradition
kurzfristig und ohne Einwilligung der Eltern heiraten dürfen. Trotz
einer turbulenten Verfolgungsjagd, bei der Bosquier und MacFarrell unter
anderem ein Kleinflugzeug kapern und auf dem Dach eines fahrenden
Reisebusses landen, gelingt es Philippe und Shirley schließlich, getraut
zu werden und die beiden zerstrittenen Familien wieder zu versöhnen.
- Der Film wurde unter anderem in zwei französischen Studios in der Umgebung von Paris sowie an Außenschauplätzen in Versailles und Le Havre gedreht. Die Spielszenen in „Schottland“ entstanden in der Gegend um den Puy de Dôme in der Nähe von Clermont-Ferrand.
- Bei den Szenen im Pariser Olympia handelt es sich um Studionachbauten. Der Eindruck, Gérard und Shirley befänden sich tatsächlich in der berühmten Music Hall, wird durch die Einblendung eines Standfotos der Außenfassade erzeugt.
- In der französischen Originalfassung heißt Louis de Funès Charles und nicht Balduin mit Vornamen.
Weitere Filme von Jean Girault
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Jean Girault (* 9. Mai 1924 in Villenauxe-la-Grande; † 24. Juli 1982 in Paris) war ein französischer Filmregisseur und Drehbuchautor. Sein Filmdebüt als Regisseur gab er 1960.
1962 lernte er den bis dahin wenig bekannten Nebendarsteller Louis de Funès kennen und arbeitete seit 1963 mit ihm zusammen.
Jean Girault verstarb während der Dreharbeiten zu Louis und seine verrückten Politessen an Tuberkulose. Es war seine zwölfte Zusammenarbeit mit Louis de Funès.
VIP Cliparts Bernhard Prinz
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