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Lost in Translation 👍

 Lost in Translation („in der Übersetzung verloren“, Alternativtitel Lost in Translation – Zwischen den Welten) ist der zweite Spielfilm der Regisseurin Sofia Coppola mit Bill Murray und Scarlett Johansson in den Hauptrollen. 

 Der alternde US-amerikanische Filmstar Bob Harris reist fĂŒr eine Woche nach Tokio, um dort seine schwindende PopularitĂ€t fĂŒr eine Whisky-Werbung zur VerfĂŒgung zu stellen. Im selben Hotel wohnt die Amerikanerin Charlotte, die junge Ehefrau eines flippigen Boulevard-Fotografen. Dieser wurde vom Verlag der Illustrierten, bei welcher er arbeitet, fĂŒr eine mehrtĂ€gige Auftragsarbeit nach Japan geschickt. Charlotte hat erst kĂŒrzlich ihr Philosophiestudium absolviert. WĂ€hrend ihr Mann tagsĂŒber seiner Arbeit nachgehen muss und ihm sein hektischer Job kaum Zeit fĂŒr seine Frau lĂ€sst, bleibt Charlotte allein im Hotel zurĂŒck. Um die Zeit bis zu Johns RĂŒckkehr zu ĂŒberbrĂŒcken, blĂ€ttert sie in Zeitungen, unternimmt kleine SpaziergĂ€nge oder schaut einfach nur gelangweilt aus ihrem Zimmer hoch ĂŒber der Stadt in die Straßenschluchten Tokios hinunter. Nachts kann sie nicht schlafen. Als sie ihren Mann einmal zu einem Treffen mit den Stars, die er fotografiert, begleitet, wird ihr bewusst, wie oberflĂ€chlich seine Welt und wie fehl am Platze sie an seiner Seite ist. So beginnt sie, an dem Sinn dieser Reise zu zweifeln, ihre Ehe in Frage zu stellen und sich der Ziellosigkeit ihres eigenen Lebens bewusst zu werden.
In der Hotelbar trifft sie auf Bob Harris, in dessen 25-jĂ€hriger Ehe es ebenfalls an Erotik fehlt, wie die wortkargen TelefongesprĂ€che mit seiner Frau andeuten. Wie Charlotte leidet auch er an Schlaflosigkeit und fĂŒhlt sich in Tokio fremd und verloren.

Symptomatisch ist der Dreh des Whisky-Spots, in dem sich der Titel des Films manifestiert: Der japanische Regisseur gibt Bob ausfĂŒhrliche Anweisungen, wie er sich bei der Szene zu verhalten habe, die Dolmetscherin aber fasst diese jeweils in nur einem einzigen, einfachen Satz zusammen. Der eigentliche Inhalt geht dabei buchstĂ€blich „in der Übersetzung verloren“, ist also lost in translation.

Deutscher TitelLost in Translation
OriginaltitelLost in Translation
ProduktionslandUSA,
Japan
OriginalspracheEnglisch, Japanisch
Erscheinungsjahr2003
LĂ€nge97 Minuten
AltersfreigabeFSK 6
RegieSofia Coppola
DrehbuchSofia Coppola
ProduktionSofia Coppola,
Ross Katz
MusikKevin Shields
KameraLance Acord
SchnittSarah Flack
Besetzung
Bill Murray: Bob Harris
Scarlett Johansson: Charlotte
Giovanni Ribisi: John
Anna Faris: Kelly
Fumihiro Hayashi: Charlie
Catherine Lambert: Lounge-SĂ€ngerin

Die Einsamkeit macht das ungleiche Paar zu Komplizen. Schlaflos und mĂŒde vom Jetlag, aber nicht ohne Galgenhumor angesichts ihrer eigenen Verlorenheit und Sprachlosigkeit in der fremden Metropole, schließen sie Freundschaft und streifen gemeinsam, wenn auch nach wie vor ziellos, durch das nĂ€chtliche Tokio. Was das ungleiche Paar vereint, sind Melancholie und Resignation: Bob, der schon am Ende seiner Ehe steht und dessen routinemĂ€ĂŸige FerngesprĂ€che mit seiner Frau Lydia die ganze BanalitĂ€t seines Familienlebens verraten, spĂŒrt durch die Gegenwart Charlottes den Verlust seiner einstigen Liebe und Lebenslust umso schmerzlicher; Charlotte, die noch am Anfang ihrer Ehe steht, sieht sich in Bob mit der drohenden Aussicht konfrontiert, dass sich ihr leeres und einsames Eheleben – entgegen Bobs halbherzigen Beteuerungen – wohl auch in Zukunft nicht bessern wird, im Gegenteil. Dabei sorgt nicht nur der betrĂ€chtliche Altersunterschied zwischen dem vĂ€terlich weisen, aber tapsigen Bob und der neugierigen, einfĂŒhlsamen Charlotte, sondern auch der große kulturelle Gegensatz zwischen der japanischen und der amerikanischen Welt immer wieder fĂŒr Komik, sodass die melancholische AtmosphĂ€re permanent ironisiert und die latente, in ruhigen und traumĂ€hnlichen Bildern eingefangene Untergangsstimmung nicht ohne Heiterkeit und Kontemplation inszeniert wird.
Die platonische Freundschaft scheint vorĂŒbergehend Schaden zu nehmen, als Bob nach einem betrunkenen One-Night-Stand mit einer gleichaltrigen SĂ€ngerin am folgenden Morgen von Charlotte ĂŒberrascht wird. EnttĂ€uscht zieht sie sich von Bob zurĂŒck und versöhnt sich mit ihm erst kurz vor seinem RĂŒckflug wieder, als beide das Hotel bei einem Übungsalarm der Feuerwehr verlassen mĂŒssen. Als Bob am nĂ€chsten Morgen abreist, sieht er auf dem Weg zum Flughafen Charlotte zufĂ€llig noch ein letztes Mal in einer belebten FußgĂ€ngerzone. Er lĂ€uft zu ihr hin, umarmt sie, flĂŒstert ihr etwas ins Ohr und gibt ihr einen Abschiedskuss. WĂ€hrend er langsam vor ihr zurĂŒckweicht und allmĂ€hlich von der Menschenmenge verschluckt wird, blickt sie ihm lange lĂ€chelnd nach.

 

  •  Sofias Bruder Roman Coppola machte mit einem zweiten Kamerateam Großstadtaufnahmen von Tokio, wĂ€hrend Sofia mit den Darstellern arbeitete. 
  • Lediglich die damals 17-jĂ€hrige Scarlett Johansson und Giovanni Ribisi kannten sich, alle anderen Darsteller trafen sich erst in Tokio. 
  • WĂ€hrend das 35-mm-Filmmaterial fĂŒr romantische Bilder sorgen sollte, bestand Coppola auf der Methode der Improvisation, was einzelne Momentaufnahmen unterstĂŒtzt: So spielt zum Beispiel Catherine Lambert, die Jazz-SĂ€ngerin in der Hotellounge des Park Hyatt, spontan auch Murrays Geliebte, wĂ€hrend KostĂŒmbildnerin Nancy Steiner die Telefonstimme von Bobs Ehefrau gibt. 
  • Unerlaubt wurden heimlich Szenen in der U-Bahn, auf Straßen und in einem Starbucks gedreht; Murrays Karaoke und die Whisky-Foto-Session entstanden intuitiv. 
  • Bei ĂŒberraschenden RegenfĂ€llen musste Johansson durch das Unwetter spazieren, im Shabu-shabu-Restaurant wurde um vier Uhr morgens plötzlich der Strom ausgeschaltet (die Filmtruppe hatte zehn Minuten ĂŒberzogen)
  • Der inzwischen legendĂ€re Abschiedskuss stand nicht im Buch, sondern war aus der Stimmung heraus entstanden. 
  • Nach 27 Drehtagen verließ das Team Japan am 8. November 2002
  • Coppola erhielt fĂŒr den Film 2004 einen Oscar fĂŒr das Beste Originaldrehbuch, Murray wurde mit einem Golden Globe als Bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.


 

Weitere Filme von  Sofia Coppola

 







Sofia Carmina Coppola (* 14. Mai 1971 in New York) ist eine US-amerikanische Regisseurin, Drehbuchautorin und Schauspielerin. FĂŒr das Drehbuch zu ihrem Film Lost in Translation erhielt sie 2004 den Oscar fĂŒr das Beste Originaldrehbuch.

 

 

 

Bild: Coppola in Cannes 2014Von Georges Biard, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=33197106


 

 Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfĂŒgbar; Text- und Datenquelle: Wikipedia

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